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Jetzt wird’s bunt: Naturgarten im Herbst

Man kennt es nur allzu gut. Die Tage werden kürzer, die Vögel werden leiser und in der Ferne hört man die ersten… Laubbläser. Durch die Vorgärten, vorbei an großen Wohnkomplexen jagen sie die Straßen herab. Aus gerade noch bunten Kleingärten von allzu kleinkarierten Besitzern werden Steppen und Wüsten ohne ein einziges Blatt. Volle Biotonnen schmücken die Straßen mit Bergen an Laub – schnell weg mit diesem Blattwerk!

Wie schade eigentlich, zumindest unserer Meinung nach. Das Laub und auch der Herbst an sich, ist keinesfalls ein toter (Zeit)Raum. Denn bevor die Winterruhe kommt, wird noch einmal fleißig gebaut, gefuttert und zersetzt. Natürlich, die Schönheit liegt im Auge des Betrachters und manch einer möchte einen sauberen, leergefegten Garten haben. Doch naturnah ist das nicht. Die Natur, die Lebewesen in unserem Garten, sie bilden einen perfekten Kreislauf. Wenn man sie denn lässt. Wir Menschen können das oft nicht greifen oder nachempfinden, denn unser Leben erleben wir linear. Auch wenn so manche Religion eine Wiedergeburt verspricht, für uns gibt es stets einen Anfang und ein Ende. Doch in der Natur, da geht es immer nur um einen Kreislauf, Jahr ein Jahr aus.

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Und genau deswegen ist es so wichtig, diesen Kreislauf nicht zu stören. Auch wir machen Gartenpflege, gar keine Frage. Doch in der naturnahen Gartengestaltung, achten wir darauf, den spätesten Zeitpunkt im Herbst zu nutzen, um darin herum zu werken. Und wenn wir das tun, dann im besten Falle ganz ohne die Biotonne. Jedes Blatt, jeder Ast, der entsorgt wird, ist ein kleiner Teil Nährstoff und Energie, die wir unserem Grundstück entziehen. So ist es kein Wunder, wenn über viele Jahre hinweg unsere Böden magerer und schwächer werden.

Deshalb kommt das Laub in unsere Beete, Äste werden gehäckselt oder zu Totholz-Inseln umfunktioniert. Das ist nicht immer der einfachste Weg und ja, es schaut manchmal aus wie Kraut und Rüben. Aber würden mehr Menschen ihre Gärten der Natur anstelle von englischem Rasen überlassen, wäre das ein großer Schritt in Richtung Naturschutz. Kleine Retentionsräume, Biotope und Lebenswelten werden geschaffen für die allseits bedrohte Artenvielfalt.

„Rund 35 Millionen Gartenbesitzer gibt es in Deutschland. 79 Prozent aller Haushalte verfügen über einen Garten oder andere Außenflächen wie Balkon oder Terrasse. 26 Prozent der Haushalte können sich besonders glücklich schätzen: sie besitzen sogar beides.“ (Wohnglück.de Link)

Insektenhaus mal anders

Jeder kennt sie, die Insektenhäuser, und sie sind absolut trendy. Auch das Hotel Luise hat zwei große Insektenhotels. Doch auch andere Möglichkeiten gibt es, die über die Zeit einfach im Garten wieder verschwinden, ohne Nägel und Schrauben auskommen. Wenn du Gräser, Bambus oder lange Triebe hast, kannst du sie ganz einfach sammeln und mit einem reinen Juteband (Vorsicht, oft ist Kunststoff in Schnüren und wir wollen ja kein Mikroplastik in unserem Garten!) zu einem Ballen schnüren. Geschützt unter einem Busch schaffst du so einen etwas anderen Zufluchtsort für Insekten, quasi die Langhaus-Version eines Insektenhotels.

So baust Du dein eigenes Insektenhotel:

  • Lange Triebe (z.B. vom Bambus) sammeln
  • Mit Juteband zusammenbinden
  • Einen geeigneten Platz im Garten dafür finden, z.B. geschützt unter einem Busch